Pressemitteilung zu den Anschlägen in Beirut und Paris

Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen
 

Die islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden in Deutschland verurteilt die terroristischen Anschläge in Beirut und in Paris aufs Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen. Unsere Gebete entsenden wir für die schnelle Genesung der Verwundeten und Verletzten.

Der Terror, der die Handschrift des radikal-militanten Wahabismus trägt, hat erneut Europa getroffen. Derselbe Terror hat in den letzten Tagen und Wochen auch die friedlichen Menschen in Afghanistan, Irak, Syrien und im Jemen tödlich attackiert. In Afghanistan wurden Frauen und Kinder auf offener Straße enthauptet. Im Irak gehören Autobomben und Selbstmordattentate, genauso wie in Syrien, zum traurigen Alltag. Im Jemen befindet sich die Al-Qaida durch die militärische Unterstützung der von Saudi-Arabien geführten Allianz auf dem Vormarsch.

Diese grausamen Akte, die im Namen des Islam verübt werden, haben gerade nichts mit der reinen Religion des Islam, die vom Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie) verkündetet wurde, zu tun. Diese Attentate sind Akte gegen die Menschlichkeit und damit zugleich ein Angriff gegen die Werte des Islam.

Die richtige Antwort auf diese Attentate ist die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Terror zielt darauf, Ängste zu schüren. Radikale Parolen und Stimmungsmache gegen Minderheiten, Muslime und Flüchtlinge wären nicht mehr als die Verwirklichung der Ziele des Terrors.

Die schiitischen Muslime sind weltweit Terror und Verfolgung ausgesetzt. Die Distanzierung von und Ablehnung der schrecklichen und barbarischen Terrorakte ist nicht ausreichend. Es ist notwendig, dass die Ursachen, die zu diesem Terror führen, bekämpft werden. Theologische Verirrungen, wie sie derzeit existieren, bieten das Fundament und den Nährboden. Die Ablehnung von Andersdenkenden durch Takfir (d.h. die Praxis, jemanden zum Ungläubigen und als nicht lebenswert zu erklären) muss selbst abgelehnt und aus allen Predigten, Ansprachen und Büchern verwiesen werden. Nur so lässt sich der Terror dauerhaft und in seiner Wurzel bekämpfen.

Den Getöteten Barmherzigkeit, den Verletzten Genesung, den Hinterbliebenen Geduld und Anteilnahme.

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