Pressemitteilung der IGS zur „Ehe für alle“

Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen

Pressemitteilung IGS missbilligt "Ehe für alle"06.07.2017, Berlin – Der Vorstand der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS), sieht die jüngsten Entwicklungen rund um das Thema der Gründung der sogenannten „Ibn-Rushd-Goethe-Moschee“ in Berlin sowie die am vergangenen Freitag durch den Bundestag beschlossene „Ehe für alle“ als einen äußerst befremdlichen und besorgniserregenden Trend, der Indizien auf eine geplante und organisierte gesellschaftliche Verirrung sowie die Verwässerung jeglicher Moral, Ethik und Religiosität aufweise.

Es sei daher schon fragwürdig, wie eine kleine Anzahl von Personen ohne jegliche theologische Ausbildung und ohne Berücksichtigung der grundlegendsten Voraussetzungen für ein islamisches Gotteshaus eine „Moschee“ gründet, die nicht nur medial hochgelobt wird, sondern nun auch neben dem Muslimischen Forum Deutschlands und dem Liberal-Islamischen Bund in das Institut für Islamische Theologie in die Humboldt-Universität eingebunden werden soll. Das werfe unter den Muslimen berechtigte Fragen und Bedenken auf.

„Wenn dann auch noch in dieser ,Moschee‘, die eigentlich ein Ort der Rechtleitung und Wegweisung zu den göttlichen Geboten sein soll, die Meinung vertreten wird, dass der Koran Homosexualität billigt und man sich damit schmückt, dass dort Homosexuelle nicht nur teilnehmen, sondern auch das Gebet leiten sollen, dann ist etwas gründlich falsch verstanden worden. Dies ist keine Moschee und das ist nicht der Islam.“, so der Vorstand.

Die aktuellen Umstände sind als „Weiterführung der eindeutigen Bestrebungen in Berlin, einen ‚liberalen Islam‘ fördern und etablieren zu wollen“ einzustufen. „Wenn mit der Vorstellung von einem ‚liberalen Islam‘ oder einer ‚liberalen Religion‘ die Verdrängung der göttlichen Gebote nach menschlichen Maßstäben und Ermessen gemeint ist und damit einhergehend eine Verunglimpfung, Schmähung und Beleidigung der religiösen Traditionen und Heiligtümer der Religionsgemeinschaften, mit dem Ziel, jegliche religiöse Moral und Ethik sowie Werte und Normen unterspülen zu wollen, dann ist auf Basis der göttlichen Tradition und Geist der abrahamitischen Religionen, wie sie im Text der Thora, der Bibel und im Koran zu lesen ist, unsere Gesellschaft vor eine große und schwere Prüfung gestellt.“

Auch scheine der Beschluss des Bundestages über die „Ehe für alle“ unseres Erachtens nach nicht nur verfassungswidrig zu sein, sondern auch eine offensichtliche Auflehnung und Ablehnung der göttlichen Gebote anzustreben. „Ich möchte in aller Deutlichkeit sagen, dass es hier nicht um ein Pauschalurteil oder die Diskriminierung von bestimmten Gruppen gehen darf, da nur Gott weiß, was in den Herzen der Menschen vorgeht, was ihre Beweggründe sind und was sie durchleben. Es obliegt natürlich jedem Einzelnen, für sein Leben Verantwortung zu tragen und eigene Entscheidungen zu treffen. Als Muslime jedoch haben wir in einer pluralistischen Gesellschaft das Recht und die Pflicht, die Etablierung von falschen Werten bei der Jugend, den Familien und der Gesellschaft anzusprechen und Irrwege, die der Gesellschaft als Weg zur Freiheit und Vervollkommnung suggeriert werden, aufzudecken. Für die Erfüllung unserer religiösen Verpflichtung erwarteten wir keinen Beifall, noch fürchten wir den Tadel der Tadelnden“, schließt der Vorsitzende der IGS Khalilzadeh.


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